BERESA STERNZEICHEN - Das Kundenmagazin
Im Zuhause um die Welt – in der Welt zu Hause Es gibt sie noch, die Abenteuer. Werner Büscher, Seniorchef des Tiefbauunternehmens Büscher aus Mettingen und Weltreisender aus Leidenschaft, kann Erstaunliches berichten, über Länder, Menschen – und ein ungewöhnliches Reisemobil.
Man muss schon ein besonderer Typ Mensch sein, um das beschauliche Leben am Rande des Tecklenburger Lands gleich mehrere Monate lang gegen Wildnis, Weite und eine gehörige Portion Abenteuer zu tauschen. Werner Büscher ist dieser Typ, den es nicht in den behaglichen vier Wänden hält. Seit 2004 ist er bereits dreimal aufgebrochen, um sich irgendwo in den Weiten Nordamerikas, in der Tundra Sibiriens oder in der Steppe Zentralasiens wiederzufinden. Zwischen sich und der Wildnis nichts weiter als die Hülle eines nur wenige Quadratmeter großen Zuhauses auf vier Rädern.
Was braucht man, um von Mettingen aus die Welt zu erobern? Für Werner Büscher ist es die Offenheit gegenüber dem Fremden, dazu ein gesundes Selbstvertrauen, das einen auch fern der Heimat nicht hängen lässt. Und natürlich eine zuverlässige Reisebegleitung, die mit einem durch dick und dünn geht. Menschliche Begleiter können schon mal wechseln. Was die fahrbare Reisebegleitung betrifft, hat er jedoch seinen festen Partner gefunden. Einen Mercedes-Benz Sprinter 316, Baujahr 2001. Kein Palast auf Rädern, sondern ein robuster Weggefährte ohne Allüren. Rund um die halbe Welt hat er ihn begleitet, dabei die Schlammlöcher Alaskas und 5.000 Meter hohe asiatische Gebirgspässe genauso klaglos gemeistert wie Temperaturen von über 50 Grad im Death Valley.
Das Zeichen zum Aufbruch war für Werner Büscher der Tag im Jahr 2003, auf den gleich drei bedeutsame Ereignisse fielen: sein 60. Geburtstag, das 25-jährige Unternehmensjubiläum – und die Schlüsselübergabe an seinen ältesten Sohn. Vorausgegangen war ein Vierteljahrhundert Selbstständigkeit im Tiefbaugewerbe mit allen Höhen und Tiefen. Als er 1979 das eigene Unternehmen startete, rutschte die Branche gerade in die Rezession. „Doch es hat sich langsam, aber sicher entwickelt. Über gute Arbeit, Zuverlässigkeit … und Mercedes.“ Denn bereits in jenen Jahren setzte der erklärte Mercedes-Fan auf die Marke mit dem Stern.
Für Werner Büscher war damit klar, dass bei seinen zukünftigen Plänen auch Mercedes-Benz eine führende Rolle spielen sollte. Bald darauf stand der Mercedes-Benz Sprinter auf dem Hof. Ein schlichter Kastenwagen, doch genau das Fahrzeug, das er wollte. Eigenhändig baute er es zum Wohnmobil um, passte Küchenzeile und Schlafstelle ein. Alles vergleichsweise spartanisch, dafür aber äußerst robust. Ein aufwändiges Reisemobil sei für ihn nie in Frage gekommen, betont er. „Bei meinem Sprinter weiß ich genau, wo jedes Kabel langführt.“ Er sei obendrein wie ein Stück Heimat auf seinen Reisen. Sicher ist: Auf den gemeinsamen 140.000 Kilometern hat ihn der Wagen nie im Stich gelassen.
2004 geht es endlich los. Werner Büscher schifft sich samt Sprinter von Bremerhaven aus nach Halifax an der Ostküste Kanadas ein. Hier beginnt die erste große Reise, die ihn ein Vierteljahr lang durch Amerikas hohen Norden führt. Quer durch Kanada, den Alaska Highway hinauf, bis schließlich nach Point Barrow, dem nördlichsten Punkt der USA. Durch undurchdringliche Wälder, über gewaltige Gebirgszüge, vorbei an den Schauplätzen aus Jack Londons Goldrauscherzählungen: Dawson City, Yukon oder Klondike River. Und überall auf seiner Reise trifft er Menschen, deren Gastfreundlichkeit ihn schlicht überwältigt. Dabei stört nicht, dass sein Englisch „gerade so für eine Unterhaltung reicht“.
Die Freundlichkeit der Menschen ist es auch, die ihn neben den unglaublichen Landschaften von seiner zweiten großen Reise schwärmen lässt. 2006 erkundet er in drei Monaten die USA. Als er samt Sprinter in Baltimore von Bord geht, zieht es ihn zunächst in die Ostküstenmetropolen Washington DC, Philadelphia, New York. Ab Chicago will er der legendären Route 66 bis nach Kalifornien folgen. Doch der starke Verkehr stört ihn. Also werden kurzerhand alle Lieblingsziele auf der Karte angekreuzt und mit Linien verbunden: Die Route steht. Über New Orleans, Dallas, Denver, Santa Fe führt der Weg bis an die Westküste. Anschließend durch die Wüsten Arizonas und Nevadas hoch nach San Francisco, bis erneut hinein nach Kanada. Unvergessliche Eindrücke hinterlässt die Reise. Und selbst in den entlegensten Winkeln trifft er auf freundliche Menschen und ein nettes Gespräch an einem wärmenden Feuer.
Die „Reise seines Lebens“ beginnt 2007 und führt ihn ein halbes Jahr lang durch Russland, China und Zentralasien. Für diese Fahrt schließt er sich einer Gruppe Gleichgesinnter an: Deutsche, Schweizer, Österreicher, Holländer und ein junger Leiter, der Russisch spricht. Mit 15 Wohnmobilen beginnt die Tour im lettischen Riga. Zunächst geht die Fahrt nach Moskau, dann durch den Ural, in Orte, in denen die Reisenden wie Prominente empfangen werden. Selbst das russische Fernsehen berichtet zur besten Sendezeit. Doch hinter dem Baikalsee verschluckt die sibirische Weite die Zivilisation. Ab hier gibt es „keine Straße mehr, höchstens eine Richtung“. Die Truppe, die ihre Etappen oft getrennt fährt, gelangt schließlich ans östliche Ende Russlands, nach Wladiwostok. Dann ist China das Ziel – mit all seinen Gegensätzen: von landschaftlicher Schönheit und großen Kulturschätzen bis zu smoggeschwärzten Städten. Dazwischen liegen denkwürdige Begegnungen mit freundlich-neugierigen Menschen oder Übernachtungen direkt an der Großen Mauer. Von China aus folgt man der alten Seidenstraße durch Kirgisistan, Tadschikistan, Usbekistan, Turkmenistan über das Kaspische Meer nach Aserbaidschan, Armenien und Georgien bis in die Türkei. Die Route macht den mystischen Zauber greifbar, der schon Entdeckungsreisende wie Marco Polo oder Sven Hedin anzog. Sie verläuft durch furchteinflößend-faszinierende Regionen wie die Wüste Gobi und später die turkmenische Karakum. Auf den Grasteppichen der kirgisischen Hochebenen weiden Wildpferde und Yaks. Häufig werden die Reisenden in die Jurten der Einheimischen eingeladen. Im Pamirgebirge klettert die schmale Piste bis auf 5.000 Meter Höhe. Station macht man in geheimnisvoll-orientalischen Städten wie Samarkand, voller prächtiger, mosaikverzierter Moscheen und Minarette. Doch auch andere Extreme prägen die Reise: der riesige, ausgetrocknete Aralsee – ein Schiffsfriedhof im Wüstensand. Im Grenzgebiet zu Afghanistan unübersehbare Kriegsspuren. Erschreckender Verfall in Armenien. Und im Gegensatz dazu die Prunksucht des verstorbenen turkmenischen Potentaten Nijasow, Turkmenbaschi genannt, der die Hauptstadt Aschgabat in eine Metropole des größenwahnsinnigen Kitsches verwandelte. In Istanbul trennt sich die Gruppe schließlich. Werner Büscher erreicht Mettingen mit 40.000 zusätzlichen Kilometern auf dem Tacho. Seine Pannenstatistik beläuft sich auf „einen Platten irgendwo in China“ und eine durchgebrannte Küchenglühbirne.
Fest steht für Werner Büscher: Die Reise geht weiter. Er hat konkrete neue Reisepläne: die Westküste Afrikas hinunter bis zum Kap, anschließend an der Ostküste hinüber nach Madagaskar. Später sind Indien, Südostasien und schließlich Australien geplant. Seinem Sprinter will er die Strapazen allerdings nicht mehr zumuten. Als nächsten Reisepartner hat er einen neuen Mercedes-Benz Vario 818,37, Kastenwagen ausgewählt. Der wird ab August 2008 von ihm umgebaut, bevor er für die große Tour 2009 startklar ist. – Wir warten gespannt auf die Fortsetzung.
Links:
www.buescher-tiefbau.de
Die Russland-Asien-Reise kann man bebildert nacherleben unter www.faszination-russland.de.
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